Heute fahren wir mit der Flåmbana, wandern zum Brekkefossen und schauen vom Aussichtspunkt Stegastein in den Aurlandsfjord. Der Aurlandsfjord war ursprünglich sehr abgelegen und ist erst seit dem Bau mehrerer Tunnel in den 1980er und 1990er Jahren, darunter auch der Lærdalstunnel, das ganze Jahr über erreichbar. Nun ist die Gegend stark durch Tourismus geprägt.
Mit der Eröffnung der Flåmsbana 1940 wurde der Ort Flåm direkt an das Eisenbahnnetz Norwegens angeschlossen. Sie fährt von Flåm im Tal rauf nach Myrdal, wo man in Züge nach Oslo oder Bergen umsteigen kann. Sie gehört zu den Touristenattraktionen Norwegens und wird von vielen zu den schönsten Eisenbahnstrecken der Welt gezählt.
Wir wollten einen guten Platz zum Fotografieren haben (die KI und Google-Maps haben nahegelegt im letzten Waggon auf der rechten Seite einen Platz, bei dem sich das Fenster öffnen lässt, zu wählen), und waren deshalb schon früh am Bahnhof. Man war vorbereitet und hatte einen Bereich für die 500 Personen, die in einen Zug passen, abgesperrt.
Zum Glück war der Andrang geringer (gerade kein Kreuzfahrtschiff im Hafen) und es waren dann auch drei Waggons gesperrt, damit da nichts schmutzig wird, glaube ich.
Mit unserem Wissen den letzten Waggon zu bevorzugen gingen wir nach hinten, stiegen dort als erste ein und bekamen unseren Wunschplatz, rechts, mit Fenster zum öffnen!
Nach etwa 2/3 der Strecke hält der Zug für 5 Minuten an den Kjosfossen. Vorher werden die Reisenden auf die nordische Sagenwelt aufmerksam gemacht, in der es Huldren gibt. Die Huldra gilt als verführerische Waldfee bzw. Wassergeist, die Wanderer und vor allem Männer mit ihrem Gesang und Tanz anlocken soll.
Und so ertönt kurz nach Verlassen des Zugs auch mystische Musik und eine Huldra tanzt, in rot gekleidet, auf einem Felsen neben dem Wasserfall. Ich wurde nur wenig gelockt, hatte noch eine Zugfahrt zu beenden.
Nach der Flåmsbana haben wir noch eine kleine Wanderung von ca 5 km Strecke (bei 160 Höhenmetern) zum Wasserfall Brekkefossen eingeplant. Schließlich wollten wir uns mal wieder etwas bewegen. 5 km mit 160 Höhenmeter sollten nicht das große Problem werden. So war es dann auch. Die Strecke bestand aus einem ebenen Rundweg von 4 km Länge und einem 500 m langen Abstecher zum Wasserfall. Da waren die 160 Höhenmeter! Rund 53 Stockwerke! Die ersten zwei über einen ansteigenden Waldweg, der Rest über Natursteintreppen.
Aber es hat sich gelohnt. Die Aussichten über Flåm, den Fjord und auf den Wasserfall waren toll (Tschuldigung, noch ein paar Wasserfallfotos 😉️.
Am Abend gab es dann noch den Abstecher zum Stegastein, einer Aussichtsplatform weit über dem Aurlandsfjord.
Der Weg dahin führte von Flåm aus am Fjord entlang nach Aurlandsvangen und von dort den Berg hoch. Tatsächlich auf der Straße, die durch den Lærdalstunnel abgekürzt wurde. Auf ihr würde man rund 50 km über die Berge fahren, um das andere Ende des Tunnels zu erreichen.
Diese Straße ist alt und schmal. Da der Stegastein auch wieder ein magischer Anziehungspunkt für Busse, Wohnmobile und Leihwagen ist, hatten wir uns schon entschlossen erst am Abend hinzufahren. In der Hoffnung die (inzwischen angekommenen) Kreuzfahrer säßen dann bereits am Abendbrottisch.
Das klappte auch weitestgehend so. Auf der Fahrt nach oben waren wir in einer Schlange von 7 Autos und unsere Führungsfahrerin hatte alles im Griff. Weitestgehend ungestört fuhren wir nach oben.
Oben mussten wir nur auf das leeren der Akkus der Drohne warten, die der Partner der, ich vermute möchtegern Influenzerin, auf seine Partnerin zu, von ihr weg und um sie herum, steuerte.

Dann war der Ausblick beeindruckend!
Der Rückweg verlief zunächst recht angenehm, da wir als einzige den Berg runter fuhren. Dann erreichten wir drei PKWs. In der Gruppe fuhren wir kurz weiter, um dann an einer Engstelle von insgesamt DREI Wohnmobilen angehalten zu werden. Damit passten weder die Wohnmobile noch unsere Gruppe in eine der Ausweichbuchten und ich bin als letzter rückwärts den Berg wieder hoch. Besonderer Mist war, dass ich das Gepäcknetz vor den Rücksitzen nicht runter gemacht hatte, sodass ich mich nicht einfach umdrehen konnte. Nur mit Rückspiegeln und Rückfahrkamera war das etwas hakelig.
Aber am Ende ging es ohne Schäden aus, wir ließen die 3 Wohnmobile und gefühlt 20 dahinter wartende PKWs vorbei und weiter ging nach unten. Im Rückwärtsfahren jetzt geübt, hab ich das Manöver dann nochmal wiederholt.


























































