Heute ist erneut ein Fahr-Tag. Wir fahren von Hellesylt nach Flåm, da wir morgen mit der Flåm-Bahn fahren wollen. Auf dem Weg nach Flåm fahren wir nur an der Stabkirche in Borgund vorbei und durch den längsten Straßentunnel der Welt!
Wir fahren durch eine an die Alpen erinnernder Landschaft. Grüne Weiden, Höfe am Berg, hohe Berge um uns herum, immer mal wieder ein See (hier oft auch ein Fjord) begleiten uns auf der Fahrt. Der Tag ist diesig und wird es auch bleiben. So ergeben sich schöne verträumte Ansichten von Bergen, an denen Wolken kleben, und still ruhenden Wasserflächen.
Schließlich kommen wir erstaunlich früh in Borgund an und haben sogar noch Zeit die Stabkirche zu betreten, bevor ihr Zugang geschlossen wird.
Stabkirchen haben ihren Namen durch ihre Bauweise. Sie sind komplett aus Holz und wurden vor allem im 12. und 13. Jahrhundert gebaut. Eigentlich sind es „Nachbauten“ von Steinkirchen aus anderen Ländern. Sie entstanden nach der Christianisierung Norwegens aus Holz. Die Fertigkeiten damit umzugehen waren vorhanden und sie waren so leicht zu bauen. In Norwegen gab es ursprünglich 750 davon, inzwischen sind nur noch 28 authentische (nicht umgebaute) übrig geblieben.
Das Holz aus dem die Kirchen sind, lässt sich mit Hilfe der Baumringe (Dendrochronoliogie) datieren. Das der Stabkirche in Borgund wurde im Winter 1180/81 gefällt. Weil die Kirche regelmäßig mit Holzteer gestrichen wird, hat sie fast vollständig eine schwarze Farbe.
Neben der Stabkirche steht der einzige vorhandene freistehende Glockenturm einer Stabkirche.
Von der Stabkirche mussten wir nur noch 55 km nach Flåm fahren. Das ermöglicht der Lærdalstunnelen. Er ist mit einer Länge von 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt (ab ca 2030 wird er wohl nur noch der zweitlängste sein, dann soll der Rogfast-Tunnel bei Stavanger fertig werden).
Eine Besonderheit des Lærdalstunnelen ist, das bei seinem Bau auch auf die späteren Nutzer eingegangen wurde. So ist er absichtlich kurviger als geplant gebaut und hat drei farbig ausgeleuchtete Höhlen, in denen man auch anhalten darf.



















































