Der Tag beginnt mit einem leichten Nieselregen in Ålesund, aber wir fahren ja auch weg, das ist dann OK. Unser Ziel ist eine Ferienwohnung in Hellesylt zu erreichen. Hellesylt liegt auch am Geirangerfjord aber im Fjord vor Geiranger. Auf dem Weg dahin fahren wir über den Trollstigen, die Adlerstraße, durch Geiranger, besuchen den Aussichtspunkt am Dalsnibba und fahren dann nach Hellesylt. Reine Fahrzeit 6 Stunden und ein bisschen, real eher 8-9 Stunden (schon wegen andauernder Fotostopps, zusätzlich auch, weil andere Besucher die gleichen Stellen besuchen wollen…).
Los geht es also mit den Trollstigen.
Einer DER Straßen, die man in Norwegen befahren sollte! Insbesondere mit Bussen, Wohnmobilen oder Leihwagen (deren Breite man nicht kennt). Über 11 Haarnadelkurven (Haarnadel, werden benutzt um Haare festzustecken, Drähte, die um 180° gebogen sind) überwindet man 405 Höhenmeter. Der geübte Busfahrer braucht bei manchen Kurven die ganze Fahrbahnbreite und fährt ohne relevante Temporeduktion, der ungeübte Tourist hat das nicht kommen sehen. Auf Google-Maps hat der Weg regelmäßig jede Farbe zwischen Blau und Rot in minütlich wechselnden Varianten.
Wir kamen nach etwa 60 Minuten Fahrt von Ålesund am Beginn des Trollstigen an. Das Wetter weiterhin diesig, Wolken wenige Meter über uns, alles wabert weiß vor uns herum, wir sahen nur die Straße und einen rauschenden Bach. In einer Parkbucht standen mehrere Autos, ein gelb gekleideter Mensch stand fast auf der Straße vor uns und telefonierte ohne uns anzusehen (er hätte uns wohl anhalten sollen). Wir ignorieren ihn, 500m weiter war Stau. Ein Bus 1,5 Kehren weiter oben „kämpfte“ mit mehren Wohnmobilen oder umgekehrt.
Wir standen brav an, Motor aus, nach wenigen Minuten kommt ein Motorradfahrer vorbei, der ein paar Wagen vor uns war und gedreht hat, ich mache die Scheibe runter, er erklärt, dass vorne ein Bus klemmt und er erstmal wieder runter fährt und abwartet.
Klasse Idee! Mit dem Motorrad!
Der junge Man aus dem alten überbreiten Ford PickUp hinter uns steigt aus, geht nach vorn, grinst uns an und beginnt ein Gespräch mit der Motorradfahrerin, die von oben herunter kommt.
Das Leben ist komplex, viel zu viele Autos und Busse, ….
Schließlich haben Bus und Wohnmobil ihre Probleme gelöst und es geht weiter!
Wir fahren in Schritttempo und mit regelmäßigem Warten auf den Gegenverkehr durch eine Nebelsuppe nach oben. Trollstigen ganz toll, wenn man ihn und/oder die Umgebung sehen könnte!
Das macht gar nichts, da die Aussicht vom Pass ganz oben entschädigt.
Selten habe ich gesehen, wie eine Wolke (~nsuppe) einen Talkessel so ausfüllt.
Wir fahren weiter Richtung Geirangerfjord. Dabei benutzen wir eine Fähre.
Vor dem Geirangerfjord kommen wir oben auf dem Berg an. Dort beginnt die Adlerstraße (wieder was bekanntes mit vielen Serpentinen). Dort gibt es einen bekannten Aussichtspunkt, von dem man den Fjord, sowohl in Richtung Geiranger, als auch in Richtung zu dem Wasserfall „Die sieben Schwestern“ sehen kann. Wir haben Glück, gerade ist eine Parklücke an der obersten Kehre, der Ørnesvingen (jede Kehre hat ihren eigenen Namen!), frei geworden. Die nutzen wir sofort.
Dann ging es die Adlerstrasse runter nach Geiranger. Ich hab natürlich an einer Haarnadel, die ich besonders eng nehmen wollte, meinen Audi hinten kurz auf den Boden gesetzt, ist aber (nach erstem Augenschein) nichts passiert.
In Geiranger muss man aufpassen keine Besucher zu überfahren, danach wird die Straße freier und sowohl die Wohnmobil- als auch die Busdichte nimmt stark ab.
Wir fuhren wieder den Berg hoch (an der anderen Seite des Tals…), um einen besonderen Aussichtspunkt, den höchsten mit dem Auto erreichbaren Europas (???1475 m, da sollte es in den Alpen doch höheres geben?!?!?) auf dem Dalsnibba zu besuchen.
Nun ja, die Aussicht ist außergewöhnlich.





























































