Sonntagabend, nach der Abschlussmilonga, haben wir ab 19:00 eine Nordlichter-Tour gebucht. Deshalb sind wir hier!
Am Hafen treffen wir auf den Tour-Guide, einen freundlichen Slovenier, der uns mit seinem komfortablen Kleinbus (etwa 20 Sitzplätze) einsammelt. Zur Tour gehören neben uns noch ein weiterer Tangotänzer und drei slowenische Damen, mit denen sich der Guide gerne in seiner Muttersprache unterhält.
Während wir etwa 2 Stunden fahren, zeigt er uns noch in der Umgebung von Tromsø einige interessante Stellen.
Wir fahren dann zunächst etwa 100 km bis kurz hinter Skibotn, um dort das erste Mal anzuhalten und nach Nordlichtern zu suchen. Der Himmel ist bewölkt, man sieht zwischen den Wolken die Sterne aber keine Nordlichter. Zur Tour gehört auch eine Rast an einem Lagerfeuer mit Rentiersuppe. Das machen wir jetzt, dann können wir später leichter den Ort wechseln.

Wir lernen, dass mehrere Umstände eintreffen müssen, um schöne Nordlichter (Aurora) zu sehen:
wenige Wolken
die Aurora leuchtet in 100 km – 150 km Höhe und damit deutlich über den Wolken.
Dunkelheit
die Nordlichter sind recht lichtschwach, es muss schon sehr dunkel sein, um sie zu sehen
starker Sonnenwind
der Sonnenwind liefert die Energie, die die Atmosphäre zum Leuchten bringt
man befindet sich im „Aurora Oval“
Auroren werden von den Sonnenwinden erzeugt, die an den magnetischen Polen der Erde die Atmosphäre erreichen können und dann das Leuchten anregen. Die Richtung zur Sonne, aus der die Sonnenwinde kommen, wandert durch die Erdrotation über die Erde. So gibt es ein in der Nacht über die Erdoberfläche wanderndes Oval, in dem Auroren stattfinden können.
Weil die Wolken doch große Teile des Himmels verdecken, fahren wir weiter Richtung Finnland in der Hoffnung auf freieren Himmel.
Beim nächsten Halt sehen wir schon weniger Wolken und erste Leuchterscheinungen…
Nach mehreren, teils nur kurzen Halts, geht es schon auf 01:00 zu und wir haben es fast schon aufgegeben keine Wolken und eine starke Aurora zu erleben.
Unser Tourführer macht uns aber Mut, er habe es schon erlebt, das am Ende des Zeitfensters, in dem man Auroren beobachten könne (Aurora Oval), nochmal besonders starke Auroren zu sehen sind.
Und so ist es dann auch ..
Es war sehr beeindruckend diese Lichtbänder quer über den ganzen Himmel zu sehen. Da sie nur sehr lichtschwach waren (die Aurora-Saison fing ja gerade erst an), haben wir sie mit bloßem Auge nur als weiße Bänder gesehen (Nachts sind alle Katzen grau!).
Trotzdem, da entsteht von jetzt auf gleich, von links vor mir, über den gesamten Himmel, nach rechts hinter mir, ein Lichtvorhang und verblasst nach ein paar Minuten wabernd langsam. Ich fand das toll.






















