Nachdem es gestern zuerst nieselte und dann noch ein richtiger Regenguss vom Himmel kam, präsentiert sich Överkalix heute morgen von seiner sonnigen Seite:
Wir kaufen noch ein paar Sachen ein (in Norwegen ist alles ca 50% teurer) und tanken noch hier „auf dem Land“ bei den niedrigen Preisen. Das erste Mal sehe ich eine Tankstelle an der die kWh-Preise angezeigt werden.

Und los geht es. Auf einer etwa 6 stündigen Fahrt über Kiruna, eine Bergwerksstadt im Norden Schwedens vorbei an Abisko und seinem Naturschutzgebiet nach Narvik in Norwegen.
Wir kommen zügig voran, insbesondere weil die Straße nur wenig befahren ist und wir an den angekündigten Baustellen kaum warten müssen.
Stundenlang fahren wir zwischen niedrigen Wäldern und kleinen Seen hindurch. Immer wieder gibt es ein paar rote oder selten blaue, gelbe oder graue Holzhäuser neben der Straße bzw. weiter hinten im Wald. Kleine Orte sind weitläufig angelegt, die Häuser sind oft gerade mal in Sichtweite.
Wir sehen sogar ein paar Rentiere am Straßenrand, die den fahrenden Verkehr weitestgehend ignorieren.
Schließlich erreichen wir Kiruna, die nördlichste Stadt Schwedens. Sie wird gerade (seit ca 15 Jahren, es dauern noch 5-10 Jahre) um etwa 5 km verlegt, da unter dem alten Stadtgebiet eine reiche Eisenerzmine liegt. Die ist so ergiebig, dass sich der staatliche Bergbaukonzern das Verschieben der Stadt leisten kann. Im Sommer 2025 wurde eine über 100 Jahre alte Holzkirche, die 2001 als das schönste Gebäude Schwedens ausgezeichnet wurde, mit Hilfe mehrerer Transportfahrzeuge um 5 km versetzt.
In Kiruna tagt auch das Parlament der schwedischen Samen.
Wir fahren immer weiter in die Berge und obwohl sie nur sanft sind und wir auf allenfalls 300 – 400 m Höhe kommen, sind die Pflanzen am Straßenrand eher klein. Wir durchfahren eine Fjäll-Landschaft (schwedischer Begriff für die Gebirgslandschaft zwischen Schweden und Norwegen). Hier, nördlich des Polarkreises, gibt es witterungsbedingt keine hohen Bäume (kurze Vegetationsphase, strenge Winter).
Wir fahren immer wieder an lang gestreckten Seen vorbei. Überall gibt es große und kleine Wasserfälle und da es immer wieder regnet, aber auch die Sonne scheint, sehen wir mehrere Regenbögen.
Bei Abisko haben wir auch einen schönen Blick auf den Rapporten (wir befinden uns in der historischen Provinz Lappland!). Ein durch Gletscher entstandenes Trogtal mit einem U-förmigen Einschnitt ins Gebirge (anders als Erosionstäler, die V-förmig sind). Für die Samen hat es eine besondere Bedeutung.
Schließlich kommen wir, recht unspektakulär, nach Norwegen und überqueren kurz vor Narvik die Hålogalandsbrua.








































