23.06.26 Die Vasa

Heute besuchen wir die Vasa!

Die Vasa war eine schwedische Galeone die 1628 direkt zu Beginn ihrer Jungfernfahrt sank. Sie sollte das Flagschiff der schwedischen Flotte im 30 jährigen Krieg werden und war überaus prunkvoll und groß gebaut. Leider etwas zu groß. Damals baute man Schiffe nicht nach gezeichneten Plänen, sondern anhand von überlieferten, bewährten Maßen. Bei der Vasa hat die nötige Skalierung der Maße auf die neue Größe nicht geklappt. Das Schiff war nach der Fertigstellung letztlich zu hoch für sein Gewicht und damit so instabil, daß es leicht kentern konnte. Die Geschichte ist sehr schön in diesem GAG-Podcast erzählt.

Sie wurde 1961 nach über 300 Jahren unter Wasser geborgen. Nach einer mehreren Jahrzehnte dauernden Behandlung, um das Wrack in der Luft haltbar zu machen, ist es jetzt in einem eigens dafür gebauten Museum zu sehen. Man kann dort in 7 Etagen um das Schiff herum gehen und es aus allen Blickwinkeln betrachten.

Weil das Schiff nie richtig benutzt wurde aber komplett ausgestattet war, fand man im inneren des Wracks viele Gegenstände des täglichen Lebens zur damaligen Zeit auf See. Dieses und die ganze Geschichte der Vasa wird in dem Museum anschaulich dargestellt. Das ausgestellte Wrack besteht zu 98% aus den originalen Teilen. Einzig der hintere Mast war unwiederbringlich zerstört (genau, wie die oberen 2/3 der beiden anderen Masten) und viele der Stahl- bzw. Holznägel wurden durch rostfreie Stahlnägel ersetzt.

Bei den ersten Bergungsversuchen wenige Jahrzehnte nachdem die Vasa gesunken war, entschloss man sich auf jeden Fall die teuren Bronzekanonen zu bergen. Dabei zerstörte man das Oberdeck.

Das kleinste Segel der Vasa ist weitestgehend erhalten. Es war nie benutzt worden und gut geschützt im Schiff verstaut, wodurch es die langen Jahre gut überlebt hat. Es hätte ganz oben am Hauptmast seinen Dienst verrichtet.

Rund 700 Holzschnitzereien waren an der Vasa befestigt. Sie sind alle unter der Leitung des deutschen Holzschnitzers Mårten Redtmer angefertigt worden.

Heute ist das Holz durch den langen Aufenthalt unter Wasser fast komplett schwarz verfärbt. Da man aber Spuren der alten Farbe gefunden hat, konnte man ab 1990 die korrekten Farben zuordnen und hat einige der Skulpturen nachgebaut und koloriert.

Nachdem wir einige Stunden im Museum verbracht haben, spazierten wir noch ein wenig durch Stockholm.

Auf der Suche nach einem netten Café fanden wir dann das Sommarcaféet an der Hedwig Eleonore Kirche, in dem wir uns schön unter große Bäume (alter Friedhof) setzen konnten und Smorrebrod mit Lachs, ein Kanelebullen und etwas Bryggkaffe zu uns nahmen.